24. Inverse Retina? (Netzhaut)

Befürworter der Evolution haben in den vergangenen Jahren oft behauptet, dass das menschliche Auge nicht von einem intelligenten Schöpfer geschaffen worden sein könne. Denn die lichtempfindlichen Zellen im menschlichen Auge befinden sich unterhalb von zwei Schichten von Nervenzellen – und dadurch, so glaubte man, würde das Licht durch diese Nervenzellen abgeschwächt. Ein intelligenter Schöpfer hätte das besser konstruiert, war die allgemeine Meinung. Nun hat sich jedoch herausgestellt, dass die sogenannten „Müllerzellen“, von denen man bislang nur wusste, dass sie eine  Stützfunktion haben, auch die Funktion hocheffizienter Lichtleiter erfüllen. Diese Müllerzellen leiten das Licht zwischen den Nervenzellen zu den lichtempfindlichen Zellen in der Retina weiter. Da die lichtempfindlichen Zellen direkt über den Blutgefässen liegen, werden sie besser gekühlt und können zudem besser mit Energie versorgt werden. Das menschliche Auge ist somit optimal aufgebaut.

 

Eine Forschergruppe am Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung an der Universität Leipzig hat (2006) entdeckt, dass die Netzhaut (Retina) im menschlichen Auge nicht „verkehrt“ aufgebaut ist, wie das bisher oft behauptet wurde. In dieser Debatte hat man unter anderem auch immer wieder die Augen der Tintenfische erwähnt, die im Gegensatz zu unseren Augen die „richtige“ Reihenfolge der Zellschichten aufweisen. Es wurde behauptet, dass unsere Augen daher nicht von einem intelligenten Schöpfer stammen könnten.

Im menschlichen Auge enthalten die obersten Schichten der Netzhaut Nervenzellen. Darunter befinden sich die lichtempfindlichen Zäpfchen und Konen. Weil nun die Nervenzellen über den Zäpfchen und Konen liegen, würden sie das Licht unter normalen Umständen abschwächen und die Sehkraft dadurch beeinträchtigen. Aus diesem Grund sagten sich die Evolutionsforscher, dass diese Anordnung nicht von einem intelligenten Schöpfergott geschaffen worden sein könne.

Die neuen Forschungsergebnisse an der Universität Leipzig haben nun jedoch gezeigt, dass fast keine Streuung und nur geringer Verlust von Licht stattfindet. Man hat festgestellt, dass die sogenannten Müllerzellen neben ihrer Stützfunktion auch eine lichtleitende Funktion besitzen. Diese Müllerzellen leiten das Licht von der vorderen Netzhautoberfläche zu den Lichtsinneszellen in der hinteren Netzhaut, ähnlich wie bei einem Glasfaserkabel (Figur 7).

Somit gelangt das Licht fast unabgeschwächt zwischen den Nervenzellen hindurch auf die lichtempfindlichen Zellen. Weil die „Müller-Zellen“ konisch sind, wird das Licht gesammelt statt zerstreut. Das bedeutet, dass die Sehfähigkeit durch diese Anordnung der Nervenzellen, Müller-Zellen, Zäpfchen und Konen einen optimalen Wert erreicht.

 

Figur 7

Dass die lichtempfindlichen Zellen zu unterst liegen, ist ausserdem sinnvoll, weil sie am meisten Energie benötigen – mit der sie optimal versorgt werden, wenn sie direkt über den Blutgefässen liegen. Dazu kühlen die Blutgefässe die lichtempfindlichen Zellen und steigern dadurch die Sehfähigkeit. Beim Tintenfisch sind die Zellschichten umgekehrt angeordnet, weil der Tintenfisch im kühlen Wasser lebt. Hier ist es in der Tat sinnvoller, die lichtempfindlichen Zellen zuoberst zu platzieren, da der Augapfel vom Wasser gekühlt wird.

Kurzum: Der unterschiedliche Aufbau des menschlichen Auges und des Tintenfischauges gewährleisten für beide Lebewesen eine optimale Sehfähigkeit und zeigen die sorgfältige Planung eines intelligenten und vollkommenen Schöpfers unserer Augen.

 

Referenzen:

http://www.pnas.org/cgi/content/short/104/20/8287
Kristian Franze et al.
- David E. Stoltzmann, The Specified Complexity of Retinal Imagery,
CRSQ 43/1, June 2006, Seiten 4--12.
- Sylvia Baker, Seeing and believing, Genesis Agendum, 2004
- Bilder: http://www.pnas.org/cgi/content/full/0611180104/DC1#F5

 

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